Das ist Jeannine Endreß Google Glass: Durchblick in Sachen Augmented Reality

Von Jeannine Endreß am 22.06.2015
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Wir sind immer auf der Suche nach Innovationen für unsere Kunden. Datenbrillen und Wearables im Allgemeinen interessieren uns daher sehr, weil wir der festen Überzeugung sind und aus Erfahrung wissen, dass ein gutes Produkt mithilfe dieser neuen Möglichkeiten zu einem perfekten Produkt werden kann.

Aus diesem Grund haben wir alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine der Glass™ „Explorer Edition“-Brillen zu organisieren, auch wenn sie in Europa nie offiziell verkauft wurden. Google hat den Verkauf im Laufe des letzten Jahres in den USA gestartet und im Januar dieses Jahres auch schon wieder gestoppt. Trotzdem hielten und halten wir das Projekt durch seinen Pionierstatus für äußerst interessant und wollen daher unsere Erfahrungen kurz zusammenfassen.

Entwickeln für die Glass

Die Idee hinter der Entwicklung von Wearables ist, dass der Nutzer die Hände frei hat und das Wearable unterstützend für Tätigkeiten in der realen Welt einsetzt. Möchte man sich beispielsweise zu einem bestimmten Ziel navigieren lassen, führt einem die Glass die aktuelle Route und den nächsten Navigationsschritt direkt vor Augen und gibt sprachliche Anweisungen. Mit so viel Unterstützung wird es sehr schwierig, sich zu verfahren.
Aufgrund der Displaygröße der Glass ist der Platz zur Darstellung von Informationen allerdings stark eingeschränkt. Auch die Navigation durch die Menüs beschränkt sich auf standardisierte Sprachbefehle und einfache Gesten, die vom Gestell der Glass registriert werden. Um für den Nutzer eine komfortable und möglichst einheitliche Bedienung zu gewährleisten, gibt es von Google daher strenge Vorgaben für die Gestaltung der Oberflächen und des Navigationsflusses. Diese speziellen Anforderungen erwirken einen gesonderten Entwicklungsprozess für Glass-Apps im Gegensatz zu den herkömmlichen Android-Apps für Tablets und Smartphones, während Architektur und Programmiersprache identisch sind.
Um die App in Googles Store hochladen zu dürfen, müssen neben dem Einhalten der UI-Vorgaben sehr umfassende und detaillierte Dokumente ausgefüllt werden, die unserer Erfahrung nach überaus aufmerksam geprüft werden. Im Anschluss daran stellt Google dem Entwickler ein ausführliches Feedback zur Verfügung.

Im Einsatz

Wir haben uns den Herausforderungen gestellt und für unseren Partner TECHKON GmbH dessen App „ColorCatcher“ auf die Glass portiert. Unser Konzeptionsteam stand dabei zunächst vor der Aufgabe, den Funktionsumfang der bestehenden Android-App beizubehalten und gleichzeitig eine Nutzererfahrung zu bieten, die sich reibungslos in das UI-Konzept der Glass integriert. Der Nutzer soll die App durch die ihm bekannte Navigation anhand von Sprachbefehlen und einfachen Gesten intuitiv bedienen können.

Für die Entwicklung bedeutete das, dass wir die grundlegende Architektur der Android-App zwar verwenden konnten, Oberfläche und Navigation allerdings grundlegend neu entwerfen mussten. Als wesentliche Herausforderung erwies sich dabei die übersichtliche Darstellung aller wichtigen Informationen auf der geringen Displaygröße.

Unsere Sicht der Dinge

Aus unseren Erfahrungen heraus lässt sich sagen, dass an der Glass noch einige Baustellen behoben werden müssten, ehe sie ein massentaugliches Wearable ist. So ist die Akkulaufzeit sehr kurz und das Gerät wird bei intensiver Benutzung – insbesondere der Kamerafunktion – sehr schnell sehr warm. Außerdem funktionierte die erforderliche Kopplung mit einem Smartphone nicht immer reibungslos. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die Bedienung durch Gesten in der Nähe der rechten Schläfe und Sprachbefehle zu viel Erfahrung und Trial & Error erfordert, um sie guten Gewissens als intuitiv zu bezeichnen.

Die Entscheidung, den Verkauf wieder einzustellen, ist daher nachvollziehbar, insbesondere wenn man die vielversprechenden Fortschritte bedenkt, die seit ihrer Vorstellung auf dem Gebiet der Augmented und der Virtual Reality gemacht wurden. Microsofts Holo Lens sei an dieser Stelle beispielhaft genannt.

Trotz dieser Kritikpunkte halten wir die Glass für einen enorm wichtigen Wegpunkt in der Entwicklung von Hardware, die unseren Alltag bereichert und deren Verwendung uns intuitiver und natürlicher gelingen wird als die von PC und Smartphone. Wir sind jedenfalls froh, von Anfang an dabei zu sein und bedanken uns bei unserem Partner TECHKON, dass er diesen wichtigen Schritt mit uns gegangen ist.

Durch diese Erfahrungen sind wir bestens gewappnet für alles, was jetzt kommt.

Übrigens: Wir können uns zusammen mit Techkon rühmen, eine der ersten oder sogar die erste in Deutschland entwickelte Glassware App veröffentlicht zu haben. Wer sie gleich testen oder sich weiter informieren möchte, findet alles unter:

ColorCatcher in der Google Glassware Gallery

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