Android 12: Was der neue Datenschutz für Ihre Anwendung bedeutet

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Marketing Manager

05.10.2021
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Wir zeigen Ihnen, inwiefern die neuen Privatsphäre-Einstellungen von Android 12 einen Einfluss auf Ihre App haben und wie Sie diese noch ansprechender gestalten können.

Nachdem Apple vor wenigen Tagen iOS 15 zum Download freigab, bringt Google mit Android 12 eine neue Version seines Betriebssystems auf den Markt. Für Ihre Anwendung bedeutet das Update, dass Sie mehr Designmöglichkeiten erhalten, aber sich auch auf eine größere Transparenz Ihrer Hintergrundprozesse einstellen müssen. Das Hauptaugenmerk der Entwicklung lag darauf, dass das System noch besser auf die Nutzer:innen abgestimmt sein soll. So sind das Design und der Datenschutz ganz individuell anpassbar. Für Unternehmen bringt das veränderte Anforderungen für mobile Apps mit sich. Wir haben Ihnen die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Worauf Entwickler:innen bei Android 12 achten müssen

Mehr Transparenz für die Nutzer:innen

Privatsphäre wird im neuen Android Betriebssystem großgeschrieben. Ein neues Privacy Dashboard unter Android 12 fasst alle wichtigen Bereiche und Einstellungsmöglichkeiten zusammen, die sich um den Datenschutz drehen. Es bietet den Nutzer:innen einen Überblick über die wichtigsten App-Zugriffe auf die Daten von Kamera, Mikrofon und Standort binnen der vergangenen 24 Stunden. Dadurch erhalten die User:innen mehr Kontrolle darüber, wie viele Informationen sie mit Apps teilen. Mit neuen Berechtigungen für das Standort-Tracking können Apps darauf beschränkt werden, nur Ihren ungefähren Standort anstelle eines genauen Standorts anzuzeigen. Beispielsweise benötigen Wetter-Apps Ihren genauen Standort nicht, um eine genaue Wettervorhersage anzubieten. Auch die gesamte Audio- und Sprachverarbeitung erfolgt zukünftig nur noch auf dem Gerät, isoliert vom Netzwerk. Sind die Kamera oder das Mikrofon in Benutzung, ist das über eine kleine Benachrichtigung auf dem Bildschirm zu erkennen. Während der Verwendung leuchtet ein kleines grünes Symbol rechts oben auf dem Display. Ähnliches kennen iOS-User:innen bereits vom iPhone. Diese Neuerungen sollten Sie auch in Ihrer Anwendung berücksichtigen. Sie sind noch in der Planung für Ihre App? Wir zeigen Ihnen in 9 Schritten, wie Sie eine App entwickeln.

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Bildmaterial: Google-Blog
Anpassbarer Quellcode

Um hilfreiche neue Funktionen zu erstellen, müssen diese mit einem leistungsstarken Datenschutz gepaart werden. Aus diesem Grund führt Google den Android Private Compute Core ein. Die neue Privatsphäre-Lösung ist Open Source – genauso wie Android selbst. Jede:r Nutzer:in darf die Software und ihren Quellcode also für jeden Zweck verwenden, studieren, ändern und verteilen. So können auch Sie für Ihre Anwendungen Anpassungen in einem sicheren Umfeld vornehmen.

Effizienter und sparsamer

Google hat die Interaktionen vereinfacht und das gesamte zugrunde liegende System überarbeitet, um die Nutzung von Android flüssiger und effizienter zu gestalten. Ihre Android-Geräte sind jetzt reaktionsschneller und haben eine bessere Energieeffizienz, sodass Sie Ihr Gerät länger ohne Aufladen verwenden können. Android 12 braucht nach Angaben von Google 22 Prozent weniger Akkuleistung, was auf die vielen Verbesserungen im Hintergrund zurückzuführen ist. Beispielsweise wurde App-Anbietern, um App-Abstürzen und einem überlaufenden Arbeitsspeicher vorzubeugen, das Starten von Vordergrundprozessen aus dem Hintergrund verboten.

Neue Gestaltungsmöglichkeiten

Sie erhalten die Möglichkeit, die Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm so zu konfigurieren, dass sie nur mit einer Authentifizierung durch die Nutzer:innen lesbar sind. Das könnte ein Pluspunkt bei Ihren User:innen sein, gerade wenn es um sensible Themen geht. Zudem sollen die Anwendungen nun leichter erkennen, ob ein Smartphone abgerundete Ecken hat, um gegebenenfalls die Anzeige Ihrer Inhalte anzupassen. Ein weiteres kleines Designhighlight ist der Splash Screen (grafischer Platzhalter): Er soll die Überblendung nach dem Klicken auf das App-Symbol bis zum Öffnen der Anwendung angenehmer machen. Diese Startanimation läuft zunächst auf allen Apps, die standardmäßig aktiviert sind. Sobald diese Funktion auch für Ihre Anwendung verfügbar ist, könnten Sie eine solche Überblendung ebenfalls mit in Ihre App einbauen.

Android-Gerät als Steuerungselement

Schluss mit dem Durcheinander verschiedener Fernbedienungen! Mit Android 12 kommt eine Fernbedienung für die TV-Systeme von Google Chromecast und Sony, die fest im Smartphone integriert ist. Außerdem arbeitet Google daran, das Entriegeln von Autos über NFC (Near Field Communication) und UWB (Ultra-Wideband) zu ermöglichen. Dies wird mit ausgewählten Pixel- und Samsung-Galaxy-Telefonen möglich sein, BMW baut die Funktion als erste Marke in neue Modelle ein.

Android Design: Individuell und einfaches Handling für große Displays

Redesign der Oberfläche für mehr Individualität

Die größte Änderung bei Android 12 ist das Design. Die Systemfarbe ist individuell anpassbar und ermöglicht ein ganz persönliches Design für jede:n Nutzer:in. Dabei lassen sich die Kontraststärke und der Look der Widgets einstellen. Außerdem passen sich die Icons der Google-Apps an das ausgewählte Design an – das gilt ebenfalls für das Drop-down-Menü. Zuerst schaltet Google die Neuerungen exklusiv für die hauseigenen Pixel-Smartphones frei.

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Bildmaterial: Google-Blog
Scrolling Screenhots

Mit dem Scrolling Screenshot lässt sich nicht nur der aktuelle Displayinhalt, sondern die gesamte scrollbare Höhe einer App ablichten. Android 12 gibt den User:innen direkt bei der Aufnahme die Möglichkeit, die abzulichtende Höhe festzulegen.

Ein-Hand-Modus

Der Ein-Hand-Modus lässt sich durch eine einfache Geste aufrufen und verkleinert den Displayinhalt für einen festgelegten Zeitraum zwischen 3 und 10 Sekunden. Dadurch werden alle oberen Elemente leicht erreichbar, ohne dauerhaft auf die Displaygröße verzichten zu müssen.

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Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Android 12 hauptsächlich eine große Designänderung mit sich bringt. Für Ihr Unternehmen gilt es, die Anwendungen daraufhin anzupassen, ebenso mit besonderem Blick auf die neuen Datenschutzmöglichkeiten für Ihre User:innen.

Titelbild: Daniel Romero auf Unsplash
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