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Change Management und Wachstum: 3 Tipps für Start-up, KMU und Konzern

ProfilfotoDavid Müller
Geschäftsführer

17.05.2021

Warum Sie zweifeln müssen und wie Sie den "Blick von außen" gewinnen.

Veränderungen sind vieles, aber sie sind selten einfach. Deshalb fällt es uns manchmal schwer, auf Veränderungen zu reagieren – oder selbst welche vorzunehmen.

Wer ein Start-up auf Kurs Richtung Mittelstand oder Konzern bringt, kennt diese Problematik. Hier stehen Veränderungen schon vor der Tür, wenn ein:e neue:r Kolleg:in anfängt.

Aber auch gestandene, traditionsreiche Unternehmen sind ständiger Veränderung ausgesetzt. Nicht immer passiert sie dabei im Unternehmen selbst. Vielmehr ist es die Umgebung, die sich rasend schnell verändert.

Ob innere oder äußere Veränderungen: Wir müssen uns anpassen. Ständig. Hier meine 3 Lessons Learned zum richtigen Change Management aus den vergangenen 10 Jahren Start-up, Mittelstand und Konzern und gleichzeitig wertvolle Tipps für alle, die in ihrem Unternehmen mit Veränderungen in Berührung kommen:

1. Wachstum: Nicht alles ist Ihr Bier

Wenn Unternehmen und Teams wachsen, ist es irgendwann an der Zeit, Verantwortlichkeiten abzugeben.

Ein Projekt, eine Verantwortlichkeit abzugeben, ohne sich nachträglich weiter einzumischen, war auch für mich eine große Herausforderung. Ich wusste ja, wie Kunde XY tickt und welche Tools am besten funktionierten. Auf vielen Projekten hatte ich selbst aktiv mitgearbeitet. Doch irgendwann ist es a) kaum noch möglich, dass jede:r über alles Bescheid weiß und b) macht es auch überhaupt keinen Sinn. Wenn einmal das 10-Fache an Kunden, an Mitarbeitenden, an Komplexität erreicht ist, kann und sollte niemand noch über jeden Vorgang bis ins kleinste Detail Bescheid wissen müssen.

Wenn Sie weiterhin den Anspruch haben, den Überblick zu behalten, kann das nur schiefgehen. Denn:

  • dann kämpfen Sie an immer mehr Fronten, haben immer mehr auf dem Tisch und
  • Ihre Mitarbeiter:innen werden nie das Gefühl haben, komplett zuständig und verantwortlich zu sein, weil in letzter Instanz Sie die Entscheidungen treffen.

Wenn die Komplexität wächst, tun Sie sich keinen Gefallen damit, Ihren bisherigen Allrounder-Stil aufrecht zu erhalten. Geben Sie Ihre Verantwortlichkeiten deshalb bewusst ab. Sie haben Spezialist:innen eingestellt, weil sie in ihrem Bereich die Besten sind. Vertrauen Sie darauf!

Warum Micromanagement toxisch für Ihr Team ist und wie Sie kontrolliert Kontrolle abgeben, lesen Sie hier!

2. Zweifel: Ist das noch gut für das Unternehmen?

Das Wachstum von INCLOUD führte dazu, dass wir für eine bessere Kapazitätenplanung die gesamten Teamstrukturen änderten und Scrum einführten. So konnten wir spontane Kundenwünsche besser bearbeiten. Gleichzeitiger Effekt: Durch die Squad-Strukturen haben wir die Team-Zugehörigkeit einer:s jeden einzelnen gestärkt und damit ein Identitätsgefühl für INCLOUD erschaffen. Eine sehr gute Idee, also. Dennoch, davor stand ein langer Prozess des Hinterfragens und Entscheidens. Das ganze Unternehmen krempelt niemand über Nacht um.

Dieser Umbruch in der INCLOUD Geschichte war lehrreich und wegweisend für unser zukünftiges Change Management. Mehr Mitarbeiter, mehr Kunden, mehr Nachhaltigkeit oder gesellschaftliche Anforderungen: Die Rahmenbedingungen Ihres Unternehmens ändern sich ständig. Sie müssen sich mit ihnen ändern. Wenn Sie an einem etablierten Modell festhalten, nur um es irgendwie zu retten, helfen Sie weder sich, noch Ihrem Unternehmen.

Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass Änderungen notwendig sind und Sie mindestens mit dem mitziehen müssen, was sich an den Rahmenbedingungen ändert. Was ist das Beste für Ihr Unternehmen?

3. Lösung: der Blick von außen

Sie sehen sich das Unternehmen an und merken, dass das bisherige Modell nicht mehr funktioniert. Was tun Sie, um nachzujustieren? Wie finden Sie einen neuen Modus, der wieder funktioniert?

Im INCLOUD Podcast erkläre ich mehr zum "Blick von außen" und wie wir unsere große Umstellung auf die Squads vollzogen haben.


Mein Fazit für Sie: Behalten Sie einen kühlen Kopf, fällen Sie Entscheidungen mit Bedacht, aber scheuen Sie sich nicht vor Veränderung: Das Schlimmste, was Sie tun können, ist zu sagen "Das haben wir immer schon so gemacht."

Titelbild: Chris Lawton auf Unsplash
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