Kontrolle abgeben: So kommen Sie raus aus der Micromanagement-Falle

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Geschäftsführer

01.06.2021
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Verabschieden Sie sich von einer toxischen Unternehmenskultur und verleihen Sie Ihrem Team mehr Empowerment.

„Ich hab‘s doch gleich gesagt!“ oder "Hättet ihr mir mal gezeigt, was ihr da ausliefert, dann hätte ich euch gesagt, dass das nicht geht." – Als Führungskraft den Hammer zu schwingen und dein Team in Unselbstständigkeit arbeiten zu lassen, weil alles, wirklich alles abgesegnet wird, damit keine Fehler passieren, ist ein Paradebeispiel für toxische Unternehmenskultur.

Um wirklich gute Entscheidungen zu treffen und hervorragende Arbeit zu vollbringen, ist die Atmosphäre federführend. Wie Sie sich dem Micromanagement entziehen und eine solche Umgebung schaffen, erfahren Sie hier.

Die richtige Fehlerkultur etablieren

Wo gehobelt wird, fallen Späne. So ist das in jedem Bereich, in jeder Branche. Dinge gehen schief und die Fehlerkultur eines Unternehmens sollte das auch ermöglichen. Fehler sind völlig okay. Wer ein Team führt, setzt das Framework auf. Und dies sollte so sein, dass das Team sich frei entfalten und die bestmögliche Leistung erbringen kann. Das kann das Team nur schaffen, wenn die Atmosphäre stimmt. Um Ihrem Team autonomes Arbeiten zu ermöglichen, muss die Fehlerkultur innerhalb des Unternehmens das auch erlauben können.

Der „Ich hab‘s doch gleich gesagt“ – Hammer bringt am Ende niemandem was. Nicht Ihrem Team oder Ihnen selbst. Der Fehler bleibt und die Frustration schwappt nur so über. Wo gearbeitet wird, geht auch mal was schief. Erlauben Sie Fehler! Nehmen Sie den Fehlern die Negativität. Lassen Sie Fehler vielmehr zu wertvollen Erfahrungen werden.

Wenn etwas schief geht, wird Ihr Team das merken, sich selbst und seine Entscheidungen reflektieren und in eine Retrospektive gehen. Sie ermöglichen dem Team damit, daraus Erfahrungen zu sammeln. Ihr Team weiß, was es das nächste Mal besser machen kann, um den Fehler nicht zum Wiederholungstäter werden zu lassen. Verinnerlichen Sie: Fehler sind okay.

Das Team ist nicht Ihr Erfüllungsgehilfe

Die Erfüllungsgehilfen in Ihrem Auftrag: Wenn Sie Ihr Team nicht selbst entscheiden lassen, hat es das Gefühl, nur in Ihrem Sinne vorzuarbeiten, weil Sie es sowieso nochmal genehmigen werden. So wird das Team die Arbeit nie so gut machen können und WOLLEN, wie es eigentlich möglich wäre. Das Team ist nur der Babysitter für Ihr Projekt und Ihre Arbeit. Sie leben und predigen eine Kultur der Kontrolle. Das hemmt die Leistung und das Können Ihres Teams.

Ein Grundsatz, den wir gelernt haben und dem wir mittlerweile folgen: "Lieber um Entschuldigung bitten, als um Erlaubnis zu fragen." Du darfst prinzipiell alles. Und wenn was schief geht, dann wirst du das merken und kannst um Entschuldigung bitten. Aber erst mal ziehst du alles so durch, wie es für dich sinnvoll und richtig erscheint."

So hat sich unser Führungsstil nachhaltig verändert. Wir haben nicht mehr vorgelebt, überall den Stempel drauf zu setzen und mitmischen zu wollen – nur damit die Kontrolle beim Entscheider bleibt. Im Gegensatz dazu haben wir unser "daily doing" viel näher ans Team herangebracht. Für das Team bedeutet das: Mehr Verantwortung und mehr Empowerment. Das ermöglicht ein autonomeres Arbeiten, weil die Entscheidung beim Team liegt. Die Projekte, die sie verantworten und die Arbeit, die sie machen – das ist ihr Baby!

Stehen Sie Ihrem Team als guter Coach zur Seite. Der Clou dabei ist: Geben Sie dem Team das Gefühl, dass sie Ihren Rat aber eigentlich gar nicht in Anspruch nehmen müssen. Sie sind quasi nur der Regenschirm, den das Team dabei hat – nur für den Fall, dass es mal regnen sollte. Mit diesem Mindset schaffen Sie es erfolgreich Verantwortung abzugeben und dem Team das zu ermöglichen, was es im Inneren aus voller Überzeugung tun möchte: hervorragende Leistung vollbringen!

Rahmen setzen: Erschaffen Sie ein Ökosystem

Hervorragende Leistung bringt uns auch schon zum nächsten Punkt. Es gibt doch nichts besseres: Das Ergebnis der Arbeit Ihres Teams ist viel besser als das, was Sie mit Ihrer Vorgehensweise geschaffen hätten. Das Team hat es mit einem Vorgehen, welches Sie nie gewählt hätten, geschafft, der Arbeit ein Sahnehäubchen aufzusetzen. Wie Sie den richtigen Rahmen setzen und nicht länger in die Micromanagement-Falle tappen, erzähle ich in der neuen Folge vom INCLOUD Podcast:


Der "Das kann nur ich selbst machen"-Boomerang

Erwähnenswert und spannend ist auch hier eine Analogie zum Thema "Das kann nur ich selbst machen." Das wird Ihnen spätestens dann zum Verhängnis, wenn alles wie ein Boomerang wieder zu Ihnen zurückkommt. Alles, was mit dieser Aufgabe zu tun hat, landet bei Ihnen. Es ist nichts Verwerfliches daran, wenn Sie etwas selbst machen wollen, solange es sich bei dem Projekt um eine einmalige Sache handelt. Dann gibt es auch keinen Boomerang, der plötzlich auf Ihrem Schreibtisch landet.

Aber sobald sich der Gedanke einschleicht, dass in Zukunft ein ähnliches Ereignis kommen könnte, dann sollten Sie Ihr Mindset und Ihr Vorgehen dringend überdenken. Schaffen Sie hier den Absprung und geben Sie die Aufgabe an Ihre Mitarbeiter:innen ab. Und sind wir mal ehrlich: Wenn Sie denken, dass Sie alles selbst machen müssen, dann nur, weil Sie es nicht schaffen Dinge richtig abzugeben.

Zum Thema Ownership bringe ich demnächst eine weitere Podcast Episode und einen Artikel heraus. Folgen Sie mir gerne auf LinkedIn, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Warum unsere Remote Journey so gut funktioniert? Wir haben es geschafft Arbeit zu delegieren und Kontrolle abzugeben. In unserer Podcast Folge "9.000 Kilometer entfernt: So klappt das Remote arbeiten" spricht David mit Doreen, CSO bei INCLOUD, darüber, wie ein Team erfolgreich geführt werden kann – egal von wo.

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