Produkte entwickeln: In 4 Schritten von der Idee zum Konzept

Profilfoto Doreen Eitelhuber
Chief Sales Officer

13.01.2021
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Wie kommen Sie zu einer Idee mit dem richtigen Business Value? Mit den folgenden 4 Schritten sind die ersten Hürden der neuen Produktentwicklung genommen.

Eins steht fest: Das Unternehmen muss digitaler werden. Vielleicht ist auch schon eine Idee da, die Sie gerne umsetzen würden. Doch wie geht es weiter? Wie kommen Sie zu einer Idee mit dem richtigen Business Value?

Die folgenden 4 Schritte unterstützen Sie in der Produktentwicklung.

1. Identifizieren Sie ein Problem

Labyrinth
Bild: breakingthewalls auf iStock

Was haben Uber, AirBnB oder Netflix gemeinsam? - Außer dem gigantischen Erfolg natürlich. Sie alle lösen ein Problem! Ob es eine Alternative zu teuren Taxifahrten, Hotels oder Videotheken ist - sie alle haben untersucht, wie man den Menschen das Leben erleichtern kann. Die Lösung für die Probleme haben sie allerdings nicht dadurch gefunden, dass sie die Menschen gefragt haben, was für eine Lösung sie sich gern wünschen. Sie haben lediglich die Probleme identifiziert und die Lösung dafür erarbeitet, welche dann in weiteren Phasen validiert wurde.

Um zu prüfen, wo innerhalb eines Unternehmens Probleme auftreten, die gelöst werden sollten, um bspw. die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen, können Interviews geführt oder Fragebögen erstellt werden. Diese befragen die Mitarbeiter konkret nach Hindernissen oder Problemen. Auch die Betrachtung von unzureichenden KPIs kann dabei helfen, um Problemquellen oder Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Natürlich kann man den Workflow auch einfach umdrehen - erst ein Produkt entwickeln und hinterher schauen, inwiefern es den Menschen helfen kann. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass insbesondere in der Software-Welt die problem- und lösungsorientierte Herangehensweise die effektivste und wirtschaftlich sinnvollste für ein Unternehmen ist.

2. Definieren Sie Ihre Zielgruppe

Pfeile und Ziel
Bild: ShadeON auf iStock

Im zweiten Schritt geht es darum eine Antwort auf die Frage zu bekommen: Für WEN will man das Problem eigentlich lösen? Wer ist meine Zielgruppe? Es ist unerlässlich seine Zielgruppe genau zu kennen, um für sie eine passende Lösung zu finden.

Ein einfaches Beispiel: Wird ein Fortbewegungsmittel benötigt, ist ein Auto für die meisten von uns in der Regel eine gute Wahl. Ist die Zielperson jedoch noch zu jung, um einen Führerschein zu besitzen, ist diese eigentlich gute Lösung leider vollkommen hinfällig. Folglich sind Personen ohne Führerschein in diesem Fall nicht die richtige Zielgruppe.

Am besten lässt sich die Zielgruppe festlegen, indem Zielpersonas definiert werden. Im einfachsten Fall hat man genau eine Zielpersona, die man bei der Lösungsfindung betrachten muss. In den meisten Fällen ergeben sich meist jedoch verschiedene Zielpersonas.

Personas versinnbildlichen die Bedürfnisse und Eigenschaften einer Zielgruppe. Es gibt unterschiedliche Methoden diese Personas festzulegen. Am Ende sollte sich dabei jedoch immer ein Zielpersona-Canvas pro Persona ergeben. Diese können in Expertengruppen auf Basis von Erfahrungen und Annahmen erarbeitet werden - oder direkt in Workshops mit den vom Problem betroffenen Personen.

3. Suchen Sie eine Lösung

Kommunikation
Bild: wildpixel auf iStock

Das Problem ist nun identifiziert und es ist klar, wer von einer Lösung profitieren würde. Nun kommt die eigentliche Herausforderung - welche Lösung kommt jetzt in Frage?

Eventuell haben Sie schon eine Idee im Kopf, bei der sich herausgestellt hat, dass sie ein Problem bei Ihrer Zielgruppe lösen könnte. Dann können Sie direkt zum nächsten Punkt übergehen.

Wenn Sie jedoch noch immer mit leeren Händen dastehen, sollten Sie sich ein Team mit kreativen Köpfen zusammenstellen und anfangen zu „idealen“. Das Modewort steht im Prinzip für das Finden einer Idee. Dazu können verschiedene Brainstorming-Methoden wie „Sechs Denkhüte“ oder das „Anti-Problem“ genutzt werden. Bei diesen Workshops werden sicher einige Idee herauskommen, die Sie dann wiederum priorisieren können. Dabei ist es hilfreich, wenn Entscheider oder Personen dabei sind, von denen die Umsetzung einer Lösung massiv abhängt.

Stellen Sie sich vor die Lösung würden einschneidende Veränderungen der IT-Infrastruktur bedeuten. In diesem Fall wäre es absolut ratsam jemanden aus der IT-Abteilung mit an Bord zu haben, der an der Entscheidung maßgeblich beteiligt ist.

Wenn Sie eine Idee favorisiert haben, die auch umsetzbar scheint, können Sie in die Testphase wechseln. Die Idee sollte unbedingt vor der tatsächlichen Umsetzung validiert werden - um Kapazität, Zeit und dementsprechend Kosten zu sparen.

4. Validieren Sie die Lösung

Vögel am Himmel
Bild: LoveTheWind auf iStock

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Idee zu testen. Im Software Umfeld ist die einfachste und effektivste, einen Design-Prototypen zu erstellen und potentiellen Nutzern diesen zur Verfügung zu stellen.

Ein Design-Prototyp sieht auf den ersten Blick wie die fertige Anwendung aus. Je nachdem, wie hochwertig dieser Prototyp gebaut ist, lässt sich auch bei der Bedienung nur schwer erkennen, ob es sich um eine echte Anwendung, oder nur ein Design handelt. Ein Design-Prototyp besteht aus high-fidelity Screen Designs, die klickere Elemente enthalten - jedoch noch keine logische Funktionalität beinhalten. Sie können also einen Button drücken und der Prototyp wird darauf reagieren, aber nur, weil der Designer einen Weg festgelegt hat, der gegangen werden kann. Rechenoperationen mit selbst eingegebenen Zahlen können Beispielsweise nicht durchgeführt werden. Daher kostet ein Design-Prototyp auch nur ein Bruchteil der späteren Anwendung und ist somit ein ideales Tool, um erstes wertvolles Feedback von richtigen Nutzern einzuholen.

Steht der Design-Prototyp, sollten Sie Personen suchen, die zu Ihrer Zielgruppe passen. Es ist hier sinnvoll nur die tatsächlichen potentiellen Nutzer testen zu lassen, ob sie die Anwendung auch im produktiven Status verwenden würden. Design-Prototyp und Testnutzer sind gefunden? Jetzt brauchen Sie noch Aufgaben, welche die Testnutzer durchführen sollen. Definieren Sie hierfür Ziele.

Mittels Fragemethodiken während der Validierung, klassischen Interviews und Fragebögen zur Bewertung der Nützlichkeit und Bedienbarkeit kann herausgefunden werden, ob die Lösungsidee prinzipiell Sinn macht.

Eins steht jedenfalls fest: Entpuppt sich die Idee jedoch als Flop und niemand würde die Anwendung verwenden, sollten Sie das Geld für eine Entwicklung sparen und die Idee guten Gewissens verwerfen. Sind die Nutzer jedoch bereits in dieser Phase hellauf begeistert, können Sie die nächsten Schritte angehen und einen MVP entwickeln lassen, der sogar schon produktiv genutzt werden kann.

Titelbild: wachiwit auf iStock
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